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LXXVII. Die Weltweisen sind wegen des
Ursprungs der Formen, Entelechien und Seelen
sehr in Verlegenheit gewesen. Allein da
uns heut zu Tage genaue Beobachtungen über
die Pflanzen, Insecten und Thiere belehrt haben,
daß diese organischen Körper der Natur
nicht aus einem Chaos oder einer Fäulnis
entstanden sind, sondern beständig aus Saamen
hervorkommen, in welchem man ohne
Zweifel eine gewisse vorher existierende Bildung
annehmen muß – so muß man den
Schluß machen, daß der organische Körper
nicht allein vor der Konception existiert habe,
sondern auch daß die Seele in diesem Körper
existirte, das heißt, daß man die Präexistenz
des Thiers hieraus ableiten muß, und zwar
hat die Konception dieß Thier nur disponirt,
daß es eine grössere Gestalt annehmen mußte,
welche es zu einem Thier von seiner andern
Gattung machte. Selbst ausser der Generation
siehet man etwas ähnliches an den
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Würmern z. B. und den Raupen, von welchen
die ersten in Fliegen und die letzten in
Schmetterlinge umgebildet weden.
Leibniz Mon75 284-285 §LXXVII.