— 279 PAR. LXIII. —
LXIII. Die zusammengesetzten Substanzen
sind in diesem Punkt nicht von den einfachen
verschieden. Denn weil alles in der Welt
voll ist und daher alle Theile der Materie unter
einander verbunden sind – und da in einer
vollen Sache die kleinste Bewegung auf
die entfernten Körper nach dem Verhältnis
ihrer Entfernung einen Einflus hat, so daß
ieder Körper nicht nur durch die Körper, die
ihn berühren, modificiert wird und in gewissem
Betracht das empfindet, was ihnen begegnet,
sondern auch durch ihre Vermittelung das
empfindet, was in den Körpern vorgeht, welche
dieienigen berühren, von denen er unmittelbar
berühret wird – so folgt daraus, daß
sich diese Kommunikationen auf alle Entfernungen
erstrecke; folglich trift ieden Körper das,
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was in der ganzen Welt vorgeht, so daß
ein Wesen, welches alles siehet, in iedem
Körper lesen kann, was in allen übrigen vorgeht
und sogar, was vorgegangen ist oder was
noch vorgehen wird und daß es in dem gegenwärtigen
alles bemerkt, was sich sowohl in
Ansehung der Zeit als des Raums davon
entfernt; Σύμπνοια πάντα, sagte [Unknown rendering: capsall]Hippocrates[End rendering].
Allein die Seele kann in ihr selbst nur das lesen,
was deutlich in derselben vorgestellt ist;
sie kann alle ihre Vorstellungen nicht auf einmal
entwickeln, weil sie nach dem Unendlichen
streben.
Leibniz Mon75 279-280 §LXIII.