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XXVI. Das Gedächtniß verschaft den Seelen
etwas vernunftähnliches, ein gewisses Folgerungsvermögen,
welches die Vernunft nachahmt,
das aber von derselben unterschieden
werden muß. Es ist ganz richtig, daß die
Thiere – wenn sie einen Gegenstand gewahr
werden, der sie frappiert, und von dem sie vorher
eine ähnliche Vostellung gehabt haben,
der Vorstellung des Gedächtnisses zufolge –
das erwarten, was bey der schon gehabten
Vorstellung mit dieser Vorstellung verbunden
war und auf Empfindungen geführt werden,
die den schon vorher gehabten ähnlich sind.
Wenn man, zum Beyspiel, den Hunden einen
Stock zeigt, so erinnern sie sich sogleich des
Schmerzens, den er ihnen verursacht hat, schreien
und nehmen die Flucht.
Leibniz Mon75 267 §XXVI.