— 263 PAR. XVII. —
XVII. Man kann indessen nicht leugnen,
daß die Vorstellungen und alles was davon
abhängt, nicht aus mechanischen Gründen,
das heißt, durch Hülfe der Gestalten und
Bewegungen erkläret werden können. Wenn
wir uns eine Maschine vorstellen wollen, welche
denkt, empfindet, undvermöge ihrer Struktur
Begriffe hat, so muß man sich allerdings
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diese Maschine so vorstellen, daß sie nach den
grössesten Ausdehnungen, und den grössesten
Verhältnissen gebauet sey, dergestalt daß man
in diese Maschine hineingehen kann, so wie
man in eine Mühle hinein gehet. Nach dieser
Voraussetzung werden wir nichts in derselben
entdecken als Theile, die gegenseitig an
einander stossen und nie etwas, welches die
Vorstellungen erklärbar macht. Man muß
also das, was den Grund von den Vorstellungen
angiebt nicht in einer zusammengesetzen
Substanz oder in einer Maschine, sondern
in einer einfachen Substanz auffuhren, und
zwar werden wir in einer einfachen Substanz
nichts weiter antreffen als dieß, daß sie blos
Worstellungen und die Veränderungen der
Vorstellungen in sich schließe. Und hierinn
müssen auch allein alle innere Handlungen der
einfachen Substanzen bestehen.
Leibniz Mon75 263-264 §XVII.